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Tanger

Tipps zur Stadtbesichtigung

Wer mit dem Schiff in Tanger ankommt, erreicht nach Verlassen des Hafengeländes die Avenue d'Espagne mit dem alten Bahnhofsplatz und vielen Cafés. Der Bahnhof wurde inzwischen vor die Stadt an die Straße nach Tetuan ausgelagert. Die Avenue d’Espagne geht über in die Avenue des F.A.R.. Nach der Verlegung des Bahnhofs vor die Stadt ist nun eine schöne Promenade entstanden, die sich bis Malabata hinzieht, dem Strand- und Vergnügungsviertel der Stadt mit vielen neuen Hotels, Discos, Restaurants und Cafés.

Man sollte die Stadt nicht verlassen, ohne zumindest einen kleinen Rundgang zu machen, der Bahnhofsplatz ist der ideale Ausgangspunkt dazu. Der Wagen bleibt unter zuverlässiger Bewachung zurück, die Parkwächter weisen sich anhand von kleinen Messingplaketten aus. Inzwischen gibt es Parkuhren, an denen für 2 DH ein Schein gezogen wird, der Parkwächter ist aber weiterhin sinnvoll zur Bewachung eines vollgepackten Fahrzeugs, vor allem wenn ihm ein gutes Trinkgeld versprochen wird. Beim Aussteigen wird man zunächst von zwielichtigen Gestalten umringt, die jedes mögliche Geschäft anbieten: Geldumtausch, Verkauf von Schiffsbillets, Rauschgift und den Ankauf des Fahrzeugs. Nehmen Sie diese Angebote niemals in Anspruch, Geld tauscht man günstiger auf Banken oder in öffentlichen Wechselstuben, die immer geöffnet sind, trotz gegenteiliger Aussagen der Burschen. Auch zum Autoverkauf lässt man sich besser nicht überreden, denn er ist in Marokko mit einem hohen Importzoll belegt, für den Wagen wird ein Formular ausgestellt, dessen Angaben sofort in die moderne, gut funktionierende EDV-Ein- und Ausgangs­kontrolle übernommen werden. Ohne Auto keine Ausreise. Den Versprechungen der Schieber, dass sie sich um alle Formalitäten kümmern, sollte man nicht trauen. Und wenn man sich von den Schiebern ein Hotel aufschwätzen lässt, fällt eine Provision an, Hotelzimmer sind in Tanger eigentlich immer ohne Reservierung zu finden.

þ  Mein Tipp!  Durch den Besuch so vieler Ausländer wurde die Stadt zu einer Hochburg der Taschendiebe und Rauschgifthändler, die Kriminalität liegt höher als im übrigen Land. Vor allem Nachts Vorsicht bei Spaziergängen, nicht allein in einsame Straßen gehen. Das Fahrzeug über Nacht nicht unbewacht abstellen. Vielleicht ist es nur ein Märchen, dass Touristenfahrzeuge ohne Wissen des Besitzers zum Haschischtransport genutzt werden, aber das Risiko wäre mir zu groß. Und die Einbruchsgefahr ist auch beachtlich.

Stadtrundgang

Gegenüber dem alten Bahnhof führt die Rue Salah Eddine El Ayoubi mit zahlreichen einfachen, aber recht hübschen Pensionen durch die Altstadt mit dem Gemüsemarkt zur Rue de la Liberté im modernen Stadtzentrum mit dem Place de France. Dort beginnt der Boulevard Pasteur, die wichtigste Ader der Neustadt mit großen Cafés, in denen man schon mal einen der vielen in Tanger lebenden Künstler beim Pfefferminztee sitzen sehen kann.

Zurück zur Rue de la Liberté mit dem Hotel El Minzah, der schönsten und nobelsten Herberge der Stadt. Lord Bute, ein spleeniger Engländer, kaufte 1928 das prächtige Terrain mit Blick über die weite Bucht von Tanger und erbaute das einmalige „El Minzah“ im spanisch-maurischen Stil, mit Innenhöfen mit Springbrunnen und Mosaiken, Palmen, Gartenanlagen und natürlich Pool und Piano-Bar, die Bedienung trägt Pluderhosen, Fez und Babuschen. Die Bar war Vorbild für Nick’s Bar im Kultfilm Casablanca. Alles, was Rang und Namen hatte, gab sich hier ein Stelldichein. Es kamen Winston Churchill, die Filmschauspielerin Rita Hayward, der spanische König Juan Carlos und viele andere. In den 80er Jahren war das Hotel heruntergekommen, hatte an Glanz verloren, bis eine europäische Hotelkette das Haus kaufte und ihm das alte Flair zurückgab.

þ  Mein Tipp!  Trinken Sie zumindest einen Tee in dem blühenden Garten mit Pool.

Rechts hinter dem Hotel führen schmale Gassen und Treppenstufen vorbei an der Großen Moschee in das Gewirr der Medina und zum Grand Socco, dem zentralen Platz der Altstadt. Die Orientierung ist relativ einfach: Berg­aufwärts kommt man immer zur Innenstadt und zur Kasbah, bergabwärts zum Hafen.

Um das lebhafte Zentrum Grand Socco, angeblich auf den Grundfesten des einstigen Forums von Tingis erbaut, ist alles notwendige zu finden, (immer knapper werdende) bewachte Parkplätze, einfache Hotels, öffentliche Duschen (denn die Hotels dort haben meist kein warmes Wasser), Restaurants, Bank und alle Arten von Geschäften. Überragt wird der Platz vom kachelgeschmückten Minarett der Moschee Sidi Bou Abid.

Hinter dem großen Tor beginnt die zur Kasbah führende Rue d'Italie. Zunächst sind dort vor allem Geschäfte für den täglichen Bedarf der Stadtbewohner, das Restaurant Hammadi bietet marokkanische Küche und Folklore. Am Ende steigt die Straße steil an, die ehemals breiten Stufen wurden in der Mitte für den Autoverkehr geglättet. Durch ein Tor betritt man die Kasbah, jugendliche Führer lauern den Touristen auf. Die Besichtigung ist jedoch gut alleine möglich. Die Rue Riad Soltane führt zum Café Détroit mit einem weiten Blick auf den Hafen und die Bucht von Tanger. Es wurde in den 60er Jahren von dem Beatnik Gysin als Auftrittsort für die nahe Tanger lebenden Jajouka-Musiker errichtet, von denen sich auch die Rolling Stones inspirieren ließen; der Name kommt von dem französischen Wort für "Enge", hier Meeresenge. Anschließend der Place de la Kasbah mit dem Dar el-Makhzen. 

Cap Spartel 

Hotels in Tanger

 
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