Tunesien - Tunisia - Tunisie
Tunesien home Nach oben

 

Bulla Regia

Die punische Gründung wurde um 150 v. Chr. von dem Berberkönig Massinissa erobert und zur Hauptstadt des numidischen Reiches. Ab 50 n. Chr. kamen die Römer und statteten die Stadt, deren Wohlstand durch das fruchtbare Umland bedingt war, mit Forum, Tempeln, Thermen und Wohnhäusern aus. Das Baumaterial kam aus den nahen Bergen, der Marmor aus Chemtou und Granit aus England. Die Wohnhäuser sind besonders gut erhalten und vermitteln einen guten Eindruck von dem Leben der reichen Bürger. Zum Schutz vor der glühenden Sonne besaßen die Häuser eine ausgebaute Sommerwohnung im Kellergeschoss, einzigartig in der römischen Architektur. Die noch gut erhaltenen Thermen wurden von einer wohlhabenden Bürgerin namens Julia Memmi gestiftet.

Mit dem Einfall der Araber wurde die Stadt zerstört, nur noch wenige Menschen blieben in ihren Mauern. Nach dem Eindringen der Beni Hillal-Nomaden im 11. Jh. war der Untergang besiegelt.Bulla regia

 

1 Zisternen

2 Alexanderkirche

3 Tempel der Isis

4 Aussichtshügel

5 Jagdhaus

6 Neues Jagdhaus

Rundgang

Der Eingang zum Ruinengelände ist gegenüber dem Museum, eine gute Beschilderung zeigt die wichtigen Plätze an. Geradeaus beginnt ein Weg, an dem links Zisternen (1) und auf dessen rechter Seite die gewaltigen Thermen der Julia Memmi liegen. Von dem luxuriösen Freizeitzentrum sind Kalt- und Warmwasserbecken mit schönen Bodenmosaiken erhalten. Eine Besonderheit sind die doppelten Steinbögen über den Portalen. Dahinter stoßen wir auf Reste des gepflasterten Decumanus, der exakt von West nach Ost verläuft. Links, nach Ende der Straße, ist die gut erhaltene byzantinische Festung, die Fernsehantenne zeigt an, dass sie noch heute bewohnt ist. Weiter nach vorne liegen weitere Zisternen.

Wenn man der Straße nun zurück folgt, kommt man vorbei am Hauptportal der Thermen und kann schöne Bodenmosaiken erkennen. Die dahinter liegenden Wohnhäuser zeigen schon eine wichtige Besonderheit dieser Bulla Regia Stadt. Die zweistöckigen Häuser hatten eine Etage zu ebener Erde, eine weitere in einem Tiefgeschoss. So erhielt man auf dieser sonnendurchfluteten Ebene natürlich klimatisierte, wunderbar kühle Wohnräume. Am Straßenrand folgt ein Säulenhalbrund, dessen ursprüngliche Bestimmung noch nicht ganz geklärt ist, evtl. handelte es sich um eine Bibliothek. Kurz danach ein schöner Fußboden mit eingelassenem Brunnen. Hinter der Straßenkreuzung folgt der Tempel der Isis (3) und das mächtige, noch gut erhaltene Theater.

An der Kreuzung nach oben liegt links der Markt, dann geht es über einige Treppenstufen zum Forum, die Pflasterung ist noch nicht vollständig ausgegraben. Über die Straße am Kapitol, vorbei an einem noch wenig freigelegten Wohnviertel, stößt man auf eine weitere Gasse. Dort hoch kommt man zum Aussichtshügel (4) und zu den schönsten Gebäuden der Stadt, in denen sehr gut die Tiefgeschosse zu besichtigen sind. Die Häuser wurden wie üblich nach den Motiven der dort gefundenen Mosaike benannt, die schönsten befinden sich im Bardo-Museum in Tunis. Das Jagdhaus (5) ist an seinen roten Säulenstümpfen gut erkennbar, über eine original erhaltene Treppe kommt man zum unteren Geschoss. Dort ist ein von Säulen umgebener Innenhof und schöne Bodenmosaiken. Das Fischerhaus ist erkennbar an seinen Bogengängen und einem halbrunden Wasserbecken. Von dort weiter bergauf gelangt man zum Haus der Amphitrite mit den schönsten Mosaiken. Spätestens hier, nach einer erschöpfenden Besichtigung unter knalliger Sonne habe ich mir auch ein solch herrlich kühles Wohnhaus unter der Erde gewünscht. Die Römer verstanden zu leben, die Kultur eines solchen Hauses ist gut nachzuempfinden. In einer Ecke unweit der schönsten Mosaike ist ein Wasserloch, mit Wasser besprengt werden die Fotos noch einmal so schön.

Wieder zurück auf der Straße zu den Thermen kommt man noch am Schatzhaus vorbei, das seinen Namen durch den dort gefundenen byzantinischen Münzschatz erhielt, der vermutlich wegen dem Einfall der Araber vergraben wurde. Etwas versetzt dahinter auf einer Anhöhe Reste einer Basilika aus dem 6. Jh.

Ein kühler Schluck im Museums-Café tut jetzt sicher Not, auf dieser Straßenseite liegen die südlichen Thermen und die Alexanderkirche (2).

 
Home Sahara-Forum Kontakt Online-Shop