Ksar
Rhilane
Eine Quelle mit warmem, aber nicht trinkbarem
Thermalwasser liegt in einem schattigen Tamariskenwäldchen, umgeben von
herrlichen, meterhohen Sanddünen, ein romantisches Plätzchen. An
Bewohnern gibt es nur einige Oasenbauern, Nomaden und Soldaten eines
kleinen Militärstützpunktes, die gerne zum Baden an die Quelle kommen.
Sie wurde vor einigen Jahren bei Probebohrungen nach Erdöl entdeckt.
Zu Anfang gab es nur ein kleines Camp
mit Nomadenzelten, das den wenigen Reisenden Unterkunft bot, Verpflegung
musste mitgebracht werden. Heute hat der Massentourismus Ksar Rhilane
entdeckt, am Abend treffen ganze Karawanen von Geländewagen ein. Zwei
neue Camps mit Toiletten und warmen Duschen wurden gebaut, es gibt sogar
schon richtige Hotelzimmer. Die alte, romantische Atmosphäre ist am
Verschwinden. Aber an der Quelle oder
versteckt unter den Tamarisken kann man immer noch Einzelreisende mit
ihren schweren Geländefahrzeugen sehen, die den tagsüber stillen Platz
als Treff- und Ruhepunkt lieben. Außerhalb an der Quelle kann man
kostenlos kampieren. Zwar versuchen immer wieder junge Burschen, eine Gebühr
zu kassieren, sie haben aber kein Recht dazu. Trinkwasser und Verpflegung
sind mitzubringen. Als Versorgungsmöglichkeit bleibt sonst nur, einem der
Nomaden eine Ziege abzukaufen.
Tisauar - Auf
einer kleinen Anhöhe, umgeben von den mächtigen Sanddünen des Großen
Erg Oriental, liegen, 5 km vom Camp entfernt, die Reste des antiken Militärlagers
Tisauar. Hier, an der Südgrenze
der römischen Provinz Africa, verlief der Festungswall Limes Tripolitanus,
der die Kolonie beschützen und die Karawanenwege mit den Wasserstellen
sichern sollte. Der Originalgrundriß des von der 3. Legion Augustus im
2./3. Jh. n. Chr. errichteten Postens ist noch deutlich zu erkennen, in
der Kolonialzeit wurde das Fort von den Franzosen genutzt. Eine Mauer mit
einem einzigen, arkadenüberwölbten Tor im Westen umschließt ein
Rechteck von 30 x 40 m, die Mannschaftsräume waren direkt an der Mauer
errichtet. Im Innern ist ein Querbalken mit der römischen Inschrift JOV
OPT MAX VIC erhalten, d.h. Jovis optimus maximus victus (Jupiter, der mächtigste
und größte Sieger). Außerhalb der Mauer waren eine kleine Kapelle und
mehrere Backöfen. Stellenweise lugt unter den Sanddünen noch das
Pflaster der alten römischen Militärstraße hervor.
Von der Anhöhe bietet sich ein herrlicher Blick über
die Wüstenlandschaft. Das Fort ist ein beliebtes Ziel für
Motorradfahrer, die mal ohne jedes Gepäck über die höchsten Dünen
brausen wollen, ein tolles Erlebnis. Für Geländewagen ist die Tour auf
der deutlich erkennbaren Dromedarspur ohne Führer möglich, erforderlich
sind aber große Erfahrung im Dünenfahren und notfalls ein paar Leute zum
Schieben. Im Camp wird ein etwa zweistündiger Kamelritt über die Dünen
zum Fort angeboten.
Ausflug - Auf
der Pipelinepiste zweigt 17 km südlich von Ksar Rhilane eine weitere
Piste nach Westen ab. Auch dort befindet sich eine Quelle vor den mächtigen
Sanddünen, die allerdings nur von Hirten mit ihren Schafen und Ziegen
genutzt wird. Es ist möglich, vor den Dünen querfeldein von Ksar Rhilane
zu dieser Quelle zu fahren. |