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Last-Minute ins Abenteuer

März 2004

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http://de.altavista.com/pos/babelfish/trns/

Eine Woche Last-Minute nach Tunesien und Land und Leute richtig kennen lernen? Das ist unmöglich!

Die Internet-Erfahrungsberichte über Tunis Air waren katastrophal: lange Abfertigungszeiten, unfreundliches Personal, klapprige Maschinen, halbgefrorenes Essen, kein Duty-Free Verkauf von Billig-Zigaretten für die Süchtigen. Ich kam also ohne positive Erwartungen am Flughafen Frankfurt an und wurde angenehm überrascht. Abfertigung verlief zügig, die 737 sah trotz ihres Alters ganz ordentlich aus und Personal wie Essen waren völlig in Ordnung, es gab sogar Bier oder Wein kostenfrei, was die meisten Airlines inzwischen eingestellt haben.

Ich fand mich auf einem Gangplatz neben zwei deutschen Frauen, Mutter und Tochter, wie sich herausstellte. Bis zur Landung in Monastir verflog die Zeit in angenehmem Gespräch und ich lud sie ein, mal eine Fahrt mit mir zu machen. Hatte ich doch einen Kleinwagen bei Camel Car bestellt, dem günstigsten und wohl auch einzigen tunesischen Vermieter, bei dem man online buchen kann, und für jeden Tag eine Erkundungsfahrt geplant.

Wir hatten uns auf eine Woche Sonne gefreut, nachdem es im Februar in Deutschland noch mal Schnee gegeben hatte. Die Ankunft kurz vor Mitternacht im Hotel Marabout in Sousse verriet noch nichts, aber der Morgen war doch eher kühl. Mein Wagen sollte um 9.30 Uhr am Hotel sein, aber schon um 9.05 Uhr fuhr er vor, ein silberner Polo mit Klimaanlage.

Medinabummel in Sousse

Der erste Tag war für Sousse reserviert. Beim Medinabummel die Überraschung: ein bildschönes, nagelneues Café inmitten der Souks. Der Besitzer zeigte mir stolz sein Werk, ein altes Medinahaus wurde liebevoll restauriert und bietet auf vier Etagen Platz für die Gäste. Jeder Winkel und die Wände sind mit alten Gerätschaften geschmückt, es ist mehr Museum als Gasthaus. Hier gibt es nicht einfach "Thé à la menthe", nein, hier kann man unter unzähligen Sorten wählen, mit Pinien, Pistazien, Mandeln ... Im Moment ist es nur ein Caféhaus und offeriert neben den vielen Kaffee- und Teesorten auch vorzügliche Törtchen, doch in Zukunft ist geplant, auch ein Restaurant einzurichten, Platz genug ist jedenfalls in dem romantischen Gebäude, es wird sicher bald zum Geheimtipp unter Touristen.

Außer diesen beiden Etagen gibt es noch ein Kellergeschoss sowie eine Dachterrasse

Café el Kasba

Und dann werde ich beim Bummel durch die ruhigen Medinagassen, in denen keine Souvenirläden mehr sind, von einem Mann angesprochen. Ob ich ein Marabout sehen möchte. Ja klar, so etwas interessiert mich immer. Er führt mich zu einem unscheinbaren Hauseingang, dort im Innenhof ein Brunnen und im Gebäude dahinter das Grab eines "heiligen Mannes". Ein solcher Mann wie auch das Grabhaus werden Marabout genannt, es gibt unzählige davon in Nordafrika und zu ihnen kommen die Leute, um Beistand für diverse Probleme wie Krankheiten oder die Suche nach einem Ehemann zu bitten. Das Grab des Heiligen war mit bunten Amuletten geschmückt, jedes stand für eine Bitte an den Heiligen.

Die einzige Veränderung, die ich sonst noch in Sousse fand, war, dass die altbekannte Eisenbahn nun nicht mehr mitten durch die Stadt fährt, wo sie den belebten Platz Ferhat Hached ohne jede Schranke kreuzte.

Grab des Marabout
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