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Casablanca

Mit ihren rund 3,3 Mio Einwohnern im Großraum ist Casa, wie es die Einheimischen liebevoll nennen, größte und modernste Stadt des Landes und moderne Wirtschaftsmetropole. Von der Nachtclubatmosphäre eines Humphrey Bogart ist in der nach Kairo und Alexandria drittgrößten Stadt Afrikas nichts zu spüren. Hochhäusern aus Beton und Glas, Luxushotels und Nobelvillen stehen graue Slumvorstädte gegenüber, die sogenannten Bidonvilles. Dar el-Beida, was aus dem Arabischen ebenso wie Casablanca "Weißes Haus" bedeutet, ist der größte Industriestandort Marokkos und Anziehungspunkt für all jene Landbewohner, die von einem Arbeitsplatz und einem besseren Leben träumen.

Einerseits bietet die Großstadt Touristen keine großen Sehenswürdigkeiten, andererseits kann sich ein Europäer nirgendwo unbehelligter aufhalten als in dieser bedeutenden Hafenstadt. Trotz des für Marokko ungewöhnlich dichten und lebhaften Autoverkehrs kann man in der Innenstadt Parkplätze bekommen. Parkwächter winken die Wagen meist heran; wenn kein Platz mehr vorhanden ist, überlässt man dem Wächter den Autoschlüssel und findet bei der Rückkehr den Wagen wohlgeparkt und behütet wieder.

Rundgang durch Casablanca

Zentraler Punkt ist der belebte Platz Mohammed V mit dem amerikanischen Hotelpalast Hyatt Regency, von hier gehen sternförmig die großen Boulevards ab. Nördlich liegt die alte Medina, weniger sehenswert als die anderer marokkanischer Städte. Sie ist der Souk für die Einheimischen; hier gibt es Gemüse, Fische, Schuhe, Kunsthandwerk, alles ohne Touristenrummel, ein Beispiel alltäglichen Lebens. Die wichtigsten Bauwerke in der Medina sind die Jamaa el Kebir (die Moschee des Sidi Mohammed Ben Abdallah), die Moschee Jamaa ech Chleuh und die Koubba des Sidi el Kairouani, des ersten Schutzheiligen der Stadt, der Mitte des 14. Jh. aus Kairouan hierher kam.

Entlang der Medina führt der Boulevard Houphouet Boigny, gesäumt von Souvenirgeschäften, zum Hafen und zum Hafenbahnhof. Am Ende rechts das Marabut Sidi Beliout, wegen dem es im Jahr 1907 zu blutigen Unruhen kam. Hinter dem Bahnhof liegt das moderne Einkaufszentrum Centre 2000.

 

Im Osten die Boulevards: des F.A.R. mit Büro- und Geschäftshäusern, Büros der Schifffahrtslinien und vielen Luxushotels, darunter das palastartige Royal Mansour. Auf dem Boulevard Mohammed V ist neben eleganten Geschäften die Post, Touristeninformation, Börse und die Markthalle mit einer großen Auswahl an in- und ausländischen Spezialitäten. Farbenfroh dekoriert liegt dort frischer Hummer, Austern und Krabben, für die vielen in der Stadt lebenden Europäer gibt es Schweineschinken und französischen Käse. Man sollte den Fotoapparat und Blitzlicht nicht vergessen. Der Boulevard Prince Moulay Abdallah ist eine Fußgängerzone mit Cafés und europäisch anmutenden Geschäften.

Im Süden des pulsierenden Geschäftsviertels führt die Prachtavenue Hassan II zur Place des Nations Unies mit einem musikuntermalten und bunt beleuchteten Springbrunnen. Dort befinden sich die Präfektur (vom 50 m hohen Turm hat man eine gute Aussicht auf die Stadt, geöffnet 8 - 18 Uhr), der Justizpalast, das Gebäude des Nationalen Tourismusbüros O.N.M.T. (7), Hauptpost, Staatsbank und Staatstheater. Nicht weit entfernt, im 1918 erbauten Park der Arabischen Liga, ist die katholische Kirche Sacré Cœur aus dem Jahr 1930, die jedoch nicht mehr zu sakralen Zwecken genutzt wird.

 

Moschee Hassan IIDirekt am Meer, am Ende des Boulevard Moulay Youssef, liegt auf Klippen, vom Meer umtost, die Attraktion von Casa, die 1993 fertiggestellte Moschee Hassan II, nach Mekka die größte Moschee der arabischen Welt, vom 179 Meter hohen Minarett weist ein Laserstrahl den Weg nach Mekka. Geschätzte Baukosten 850 Mill. DM, die aus Spenden der Bevölkerung (nicht immer freiwilliger Art) als Geschenk zum 60. Geburtstag König Hassans finanziert wurden. Das 3.700 qm große Aluminium-Dach, innen mit wunderschönen Holzverzierungen, lässt sich automatisch öffnen. Die Moschee der Superlative umfasst maurische Bäder, eine Koranschule, Bibliothek und Privatgemächer des Königs, im Innern haben 25.000 Gläubige Platz, weitere 85.000 können auf der Esplanade beten. Für alle zugänglich ist eine Hammam mit türkischem Bad, jeweils getrennt nach Geschlechtern, die das luxuriöseste Badeerlebnis Marokkos bietet.

Neue Medina

MahakmaIm Südosten der Stadt, erreichbar über die Rue Hadj Amar Riffi, liegt der streng abgeschirmte Königspalast, nur das Eingangstor kann mit Hilfe eines Guides bewundert und fotografiert werden. Gegenüber liegt die Mahakma, einst Sitz des Sultans, dann Gerichtshof, heute Sitz der Präfektur. Diese "Alhambra von Casablanca" hat 64 schön ausgestaltete Säle und lauschige Innenhöfe. Sie können trotz des grimmig aussehenden, aber liebenswürdigen Polizeiposten kostenlos besichtigt werden und lohnen allein schon den Besuch der Stadt.

 

 

InnenhofAngrenzend liegt das Viertel Habbous oder Neue Medina, 1923 von den Franzosen erbaut mit breiten, bogengesäumten Gassen und blumenbepflanzten Plätzen. Die beiden Moscheen Moulay Youssef und Sidi Mohammed erinnern im Stil an die Koutoubia. Unter den Arkaden der Medina befinden sich zahlreiche Souvenirgeschäfte mit reicher Auswahl, in einem Durchgang die berühmte Patisserie Bennis, in der alle traditionellen marokkanischen Backwaren hergestellt werden, z.B. die berühmte Pastilla mit Taubenfleisch. Dieser Stadtteil wird trotz seiner zahlreichen Basaristen fast nur von Einheimischen besucht, es gibt ungewöhnlich viele Buchhandlungen.

 
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